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Rödelheim. In einem gewöhnlichen Acker findet sich so einiges, wenn man nur gründlich genug sucht: alte Münzen, Ringe, Knöpfe und sogar Musketenkugeln sind den Schatzsuchern der IG Phoenix schon in die Hände gefallen. Mit einem Metallsuchgerät ausgerüstet machen sie sich auf die Suche nach den Schätzen, die sich im Erdreich verstecken. „Natürlich fragen wir den Bauern erst, bevor wir sein Gelände unsicher machen“, erklärt Walter Franke. Nicht nur das: Bevor es auf Schatzsuche geht, muss erst mal eine Nachforschungsgenehmigung eingeholt werden. Die Suche nach so genannten archäologischen Baudenkmälern ist nämlich gemäß dem hessischen Denkmalschutzgesetz verboten.

Jeder der 15 Schatzsucher ist mit den notwendigen Utensilien ausgestattet: Metallsuchgerät, Satelliten-Navigationsgerät und Kleinteilsuchgerät gehören dazu, die Schaufel nicht zu vergessen. „Das Satelliten-Navigationsgerät brauchen wir, um unsere Funde zu dokumentieren. Wir müssen jeden archäologischen Fund dem Landesdenkmalamt melden.“ Das Amt sammelt dann diese Meldungen. Häufen sich die Funde in einem bestimmten Gebiet, wäre zu überlegen, dort professionelle Forschungen anzustellen.

Einen studierten Archäologen gibt es nicht bei Phoenix, alle betreiben die Schatzsuche als Hobby. Dennoch haben einige unter ihnen ein persönliches Spezialgebiet, für das sie sich interessieren, darunter die Belagerung von Mainz (1793), die Schlacht bei Höchst (1622) oder Schutzbauten aus dem Zweiten Weltkrieg. „In Sossenheim haben wir sogar einen Nebenschauplatz der Höchster Schlacht gefunden“, berichtet Frank Weber, dessen Hauptinteresse dem Dreißigjährigen Krieg und Vorderladern gilt. „Oft finden wir Musketenkugeln, die auf ein Kampfgeschehen hinweisen“, sagt er. So ein kleines Ding kann viel erzählen: Man kann sehen, ob die Kugel verschossen wurde. Vom Kaliber lassen sich auch Rückschlüsse ziehen, beispielsweise, aus welcher Zeit die Kugel stammt.

Wenn das Suchgerät einen metallenen Gegenstand gefunden hat – den es durch Piepen anzeigt – ist noch lange nicht klar, ob es sich um einen wirklichen Fund handelt. Mit dem Gerät lassen sich zwar Metalle, die man nicht finden will, ausschließen. „Es ist aber viel Schrott dabei, dennoch nehmen wir alles mit, um es nicht, bei einer abermaligen Suche wieder auszugraben“, sagt Franke. Es lohnt sich nämlich durchaus, ein zweites Mal über den Acker zu gehen. Nach dem Umpflügen findet sich vielleicht doch etwas Interessantes aus einer tieferen Bodenschicht. Oft ist auf den ersten Blick nicht erkennbar, um welchen Gegenstand es sich handelt, außer bei Knöpfen oder Ringen. „Knöpfe finden wir am häufigsten. Der älteste stammt aus dem 18. Jahrhundert“ erzählt Walter Franke. Nachdem der Fund vorsichtig ausgegraben wurde, wird er erstmal per Hand vom groben Schmutz befreit. Anschließend wird er 24 Stunden lang in destilliertes Wasser gelegt, damit sich die Salze zersetzen. Danach folgt ein Bad in Petroleum oder Olivenöl, um die Feuchtigkeit herauszubekommen und um Verkrustungen und Rost zu lösen. Spätestens nach dieser Prozedur ist der gefundene Gegenstand einigermaßen ansehnlich und zur genaueren Bestimmung geeignet. „In 95 Prozent der Fälle lässt sich herausfinden, was es ist“, versichert Franke.

„Es ist ein schönes Hobby und sehr spannend. Obendrein kann man dem Alltag entfliehen und ist draußen in der Natur“, sagt Frank Weber. Die Schatzsucher sind Männer im Alter von 24 bis 55 Jahren, die sich vor vier Jahren über das Internet kennen gelernt haben. Die Interessengemeinschaft haben sie im April vorigen Jahres gegründet. Die Treffen sind regelmäßig alle zwei Wochen (das nächste am 25. Oktober) in der Fuchstanzklause, Kleingartengelände des KGV Fuchstanz, Reifenberger Straße 63-65. E-Mail: tesoro1d@aol.com.(sab)



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